Gelebte Verfassung – Lebendige Verfassung

Ein Essaywettbewerb zur Verfassungszukunft im Jubiläumsjahr 2019

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Einführung

Verfassungsjubiläen sind Momente des Innehaltens. Sie sind für eine politische Gemeinschaft nicht nur Anlass für eine vergangenheitsorientierte Bestandsaufnahme. Mit ihnen verbindet sich vielmehr die Frage, wie die Gemeinschaft ihre eigene Zukunft gestalten will: "Quo vadis?". Für die Bundesrepublik Deutschland, aber auch die Freie und Hansestadt Hamburg gab es im Jahr 2019 mehrere Anlässe zur Rück- und Vorausschau:

Am 19. Januar 2019 feierten wir 100 Jahre Frauenwahlrecht - es jährte sich ferner die erste Wahl zur Nationalversammlung der Weimarer Republik. Am 16. März 2019 gedachten vor allem die Hamburgerinnen und Hamburger an 100 Jahre Wahlen zur Hamburgischen Bürgerschaft. Auch der Verfassungstag am 23. Mai 2019 war ein "runder Geburtstag": 70 Jahre alt wurde das Grundgesetz. Am 17. Juli 2019 richtete sich der Blick dann wieder gen Norden: 170 Jahre Verfassung des Freistaates Hamburg. Am 31. Juli 2019 stand schließlich mit 100 Jahre Weimarer Reichsverfassung (in Kraft getreten ist sie am 14. August 1919) das größte Jubiläum an, bevor sich am 9. November 2019 der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal jährte.

Aus diesen Anlässen hatte das Hamburgische Verfassungsgericht, gemeinsam mit der Universität Hamburg, Fakultät für Rechtswissenschaft, und der Bucerius Law School im Frühjahr 2019 den bundesweiten Wettbewerb "HanseEssay" ausgeschrieben.

Studierende der Rechts-, Politik- und Geschichtswissenschaften aller Semester waren aufgerufen, einen Essay einzureichen, der sich mit dem Grundthema "Gelebte Verfassung - Lebendige Verfassung" vor dem Hintergrund eines oder mehrerer dieser Jubiläen kritisch und konstruktiv auseinandersetzt. Leitfragen des Wettbewerbs waren unter anderem:

  • Sind in Zeiten wachsenden Populismus freiheitliche Verfassung und gelebte Demokratie in besonderer Weise herausgefordert?
  • Wie ist es um die demokratische Öffentlichkeit bestellt, wenn Meinungsmacht sich in der Währung von "tweets" und "likes" bemisst?
  • Wie kann (politische) Vernunft sich durchsetzen, wenn sich viele aus der als überkomplex empfundenen globalisierten und virtualisierten Welt in schlichte Botschaften, Kulturpessimismus, Nationalismus, unter Umständen gar Unmündigkeit flüchten und sich Sehnsucht nach Autorität bereit macht?
  • Droht der "Marktplatz der Ideen" zu einem Wühltisch der Beliebigkeiten zu degenerieren?
  • Wie halten wir es mit Pluralismus, wie steht es um unsere Bereitschaft zur politischen Partizipation?
  • Was müssen wir tun, damit unsere Verfassung auch in Zukunft tragfähige Grundlage unseres Gemeinwesens bleibt?

Die Preise des Wettbewerbs wurden von dem Hamburgischen Verfassungsgericht (erster Preis), dem Hamburgischen Anwaltverein (zweiter Preis) und dem Hamburgischen Notarverein (dritter Preis) gestiftet.

Zum Ablauf der Einreichungsfrist war eine Vielzahl von Wettbewerbsbeiträgen von Studierenden aus dem ganzen Bundesgebiet eingegangen. Die eingereichten Beiträge wurden von einer fachkundigen Jury mit Vertretern aus Rechtswissenschaft und Rechtsprechung anonymisiert bewertet. Die Preisverleihung fand am 9. Mai 2019 im Plenarsaal des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg statt. Herr Prof. Dr. Andreas Paulus, Richter des Bundesverfassungsgerichts, hielt aus Anlass der Preisverleihung einen Festvortrag.

An die Preisverleihung schloss sich eine Podiumsdiskussion unter der Leitung von Dr. Reinhard Müller (Frankfurter Allgemeiner Zeitung) zwischen Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Katharina Boele-Woelki (Präsidentin der Bucerius Law School), Prof. Dr. Christine Landfried (Universität Hamburg, Institut für Politikwissenschaften), Friedrich-Joachim Mehmel (Präsident des Hamburgischen Verfassungsgerichts), Richter des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Andreas Paulus sowie den sowie den Preisträgern des Wettbewerbs an. Die Beiträge der drei Gewinner wurden anschließend von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Rubrik Einspruch MAGAZIN veröffentlicht.

Friedrich-Joachim Mehmel

Friedrich-Joachim Mehmel
Präsident des Hamburgischen Verfassungsgerichts

Prof. Dr. Markus Kotzur

Prof. Dr. Markus Kotzur, LL.M.
Universität Hamburg

Prof. Dr. Jörn Axel Kämmerer

Prof. Dr. Jörn Axel Kämmerer
Bucerius Law School

Gewinner

1

Timo Marcel Albrecht
Georg-August-Universität Göttingen

Verfassungen sind stets mehr als die Summe ihrer Artikel

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2

Jeannette Kühnapfel
Johannes-Gutenberg Universität Mainz

Wie muss sich das Grundgesetz nach 70 Jahren im Kontext der Globalisierung und Digitalisierung behaupten?

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3

Benjamin Evgen'evic Poliak
Ruhr-Universität Bochum

Gelebte Verfassung – lebendige Verfassung

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Impressionen

Preisverleihung am 9. Mai 2019 im Plenarsaal des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg

Teilnahmebedingungen

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt ausschließlich online auf dieser Website.

Teilnahmeberechtigung

Teilnehmen können alle Studierenden der Rechts-, Geschichts- und Politikwissenschaften an deutschen Hochschulen.

Umfang und Gestaltung der Essays

Zur Bewertung zugelassen werden ausschließlich Essays mit einem Umfang von nicht mehr als 25.000 Zeichen.

Der Essay hat die benutzten Quellen in Form eines Quellenverzeichnisses anzugeben, die Aufnahme von Einzelnachweisen im Text (Fußnoten) ist nicht erforderlich.

Einsendeschluss

Einsendeschluss ist der 2. Februar 2019. Die Einsendung erfolgt ausschließlich elektronisch.

Juroren

Die Juroren sind renommierte Persönlichkeiten aus der bundesweiten Verfassungspraxis und -theorie.

Preise

Die drei besten Essays werden wie folgt prämiert:

  • Erster Preis: 1.500,- EUR
  • Zweiter Preis: 1.000,- EUR
  • Dritter Preis: 500,- EUR

Preisverleihung

Die Preisverleihung wird im Mai 2019 im feierlichen Rahmen in den Räumlichkeiten der Universität Hamburg stattfinden.

Details zur Preisverleihung werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Veröffentlichung

Eine Veröffentlichung der besten Beiträge im Rahmen eines Sammelbands ist beabsichtigt.

Veranstalter

Der Wettbewerb zum HanseEssay wird gemeinschaftlich vom Hamburgischen Verfassungsgericht, der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg und der Bucerius Law School veranstaltet.

Hamburgisches Verfassungsgericht
Universität Hamburg
Bucerius Law School